Liebe Fans,
das Wochenende ist fast da – ja, auch hier oben gibt es so was – und ich kann mich ein wenig von der anstrengenden Woche erholen. Hatte diese Woche Ambrosia-Dienst und musste jedem im Quadranten 1plus seine Ration austeilen. Hier oben wird immer nach Hunderasse eingeteilt, und da es nur wenige Sabueso Espanol gibt, müssen die vorhandenen eben kräftig rotieren. Da haben es Schäferhunde und Jack Russell Terrier schon leichter, die rücken immer mit einer riesigen Meute an und sind dann Ruckzuck fertig, während unsereiner dann schon ganz schön in Wallung gerät – Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie viele Hundekollegen hier oben auf den Wolken sitzen.
Meine Güte, welche Tischmanieren doch so manche meiner Artgenossen haben! Unglaublich. Besonders der fiese Schäferhund von Wolke 13c, über den ich bereits in einem vorherigen Beitrag berichtet habe, ist nicht unbedingt ein Meister in Sachen Stil und Etikette. Aber der spricht ja auch ganz seltsam, statt “Wau” sagt der so was, was sich wie “Boah” anhört. Fehlt nur noch das “ey”.
Da lobe ich mir doch meine beiden Mitbewohnerinnen, die ganz zierlich und ohne hörbare Schmatzgeräusche ihr Ambrosia verzehren.
Habe neulich gehört, wie mein Frauchen sich lobend über den Bloodhound ausgelassen hat. Na ja, die Kollegen gehören zu meiner erweiterten Sabueso-Familie, deshalb kann ich das schon verstehen. Unwiderstehlicher Blick, wunderschöne lange Ohren und ein stoisches Wesen – könnte glatt eine Beschreibung des Sabueso sein, in diesem Falle aber eben des Bloodhound. Und ein “Geläut”, das dem des Sabueso in kaum etwas nachsteht. Natürlich ist das Sabueso-Geläut noch einen Tick melodischer! Daher kann ich gar nicht verstehen, warum Frauchen immer so gequält geschaut hat, wenn ich beim Sonntagmorgen-Spaziergang um halb acht mein liebliches Stimmchen läuten ließ. Sie hat dann immer solche Sachen gezischt wie “Pluto, die Leute schlafen noch!”. Aber hat mich das beeindruckt? No, Ma’am. Natürlich nicht. Was juckt’s den spanischen Sabueso, wenn der Nachbar sich an ihm stört? Selbst schuld, wenn die ein Gehör haben, das nicht auf den Klang unserer wunderschönen Stimmen eingestellt hat. Oder hat sich etwa schon mal jemand darüber beschwert, wenn mein Landsmann Placido Domingo seine Stimme erschallen lässt? Im Gegenteil, der kriegt dafür noch mächtig Kohle und die Menschen lieben ihn. Muss mal mit dem himmlischen Konzertmeister hier oben reden, ob wir nicht mal einen Chor zusammenstellen können. Harfenspieler gibt’s hier ja zuhauf, die können uns dann begleiten. Was wir dann singen werden? Keine Frage: Die himmlische Version meines Lieblingslieds “Who let the Dogs out” natürlich!
So, hinter mir drängelt mal wieder ein Kollege, der auch gerne an die virtuellen Tasten möchte. Heute ist es ein dicker Dackel, der keine besonders ausgeprägte Geduld hat. Ich sage immer zu ihm “Chill it. Wir haben hier oben doch jede Menge Zeit”. Doch der “Wiener Dog” will das einfach nicht verstehen, seufz. Na ja, ich begebe mich so bald wie möglich wieder ans Werk, bis dann
Euer Lieblings-Sabueso Pluto
